Tabakkonzern bringt E-Zigarettenimitat auf den Markt

Einer der größten Tabakkonzerne weltweit kündigte vor kurzem ein neues Produkt an. Dieses Produkt soll Tabak verdampfen können und somit eine Variante zu der E-Zigarette darstellen, die der herkömmlichen Tabakzigarette sehr nahe kommt.

Marlboro HeatStick

Lausanne (Schweiz) – Der Tabakriese Phillip Morris International (PMI) kündigt sein neues rauchfreies Tabakprodukt an und will damit den rückläufigen Umsatz durch herkömmliche Zigaretten kompensieren. Bereits 2014 konnte man das System „iQOS“ in Japan und Italien testen. Dazu gehörten die „Marlboro HeatSticks“, in denen normaler Tabak enthalten ist. Der Verkauf von den neuen Tabakdampfern startete 2015 in Japan und Italien, darauf sollten viele weitere Staaten folgen. Für Deutschland ist bis jetzt kein offizielles Release bekannt.

iqos
Phillip Morris International

Damit versucht PMI eine Alternative zwischen der herkömmlichen Zigarette und der E-Zigarette zu schaffen. Den Tabakmultis geht es dabei um einen Markt von 700 Milliarden Dollar im Jahr. Die Situation spitzt sich für Tabakkonzerne zu. Sie können zwar noch viel Geld mit den herkömmlichen Produkten erwirtschaften, jedoch setzten Nichtrauchergesetze, Steuererhöhungen, das wachsende Gesundheitsbewusstsein und das stetig wachsende Geschäft mit E-Zigaretten ihren Umschlagszahlen zu. Philip-Morris-Chef André Calantzopoulos rechnet mit weltweit 2% weniger gerauchten Tabakzigaretten. In der EU werden es wahrscheinlich 5 – 6%. Währenddessen wächst der Markt für E-Zigaretten schnell und stetig. Die US-Amerikanische Investmentbank Wells Fargo hat eine Prognose erstellt, in der der E-Zigarettenmarkt den Tabakzigarettenmarkt innerhalb von einem Jahrzehnt überholt.

Testergebnisse und Gesundheitsrisiken

In Italien haben nur 12% der Tester behauptet, das neue Produkt zum Umstieg ins rauchfreie Leben nutzen zu werden, wobei es in Japan 30% waren, die es sich vorstellen konnten, damit das Rauchen aufzugeben. Durch die iQOS soll Nikotin in einer Schnelligkeit von normalen Zigaretten geliefert werden. Studien von Phillip Morris International sollen zudem gezeigt haben, dass andere Schadstoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd oder Benzopyren im eingeatmeten Aerosol, um 80% weniger vorkommen. Es deute auf geringere Gesundheitsrisiken hin, kann aber nicht endgültig bestätigt werden. Es ist also auf unabhängige Testergebnisse und Studien zu warten.

Der Pen iQOS und die dazugehörigen Marlboro-HeatSticks werden bereits produziert. Calantzopoulos strebt weltweite Verkaufszahlen von 30 – 50 Millionen Sticks und damit einen Umsatz von 700 – 1200 Millionen US-Dollar an.

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